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„Interviews mit 2000 Menschen aus 60 Ländern.
Der Blick der Menschen immer direkt. Die Geschichten auch. Ehrlich, hart, bewegend. Pathos, Überwältigung – auch das. Aber: dieser Film erzieht nicht, er erdrückt nicht. Da ist einer, der sich interessiert und das spürt man jeden Augenblick.“
Das Erste, ttt

ÜBER DEN FILM


KURZINHALT
Drei Jahre Produktionszeit - Drehorte in 60 Ländern - 2.020 Interviews in 63 Sprachen - 500 Stunden Luftaufnahmen.

Was macht uns zu Menschen? Was lässt uns lieben, leiden, und was verbindet uns trotz unterschiedlicher Herkunft im tiefsten Inneren?

Mit einem beeindruckenden Spektrum an bewegenden Geschichten und spektakulären Naturaufnahmen konfrontiert uns dieses besondere Projekt mit der Essenz unserer Menschlichkeit. Durch die Begegnung mit Menschen aus über 60 Ländern, die in ebenso vielen Sprachen vor der Kamera aus ihrem Leben erzählen, entsteht ein Kaleidoskop aus Lebensfreude, Glück und Sehnsucht, aber auch den Schattenseiten unserer Existenz. HUMAN – DIE MENSCHHEIT liefert eine packende und emotionale Momentaufnahme dessen, was es heißt, heute auf unserem Planeten zu leben – und unserer Verantwortung, die Zukunft als Gemeinschaft zu gestalten.

PRESSENOTIZ
Fern von Pathos und Verklärung widmet sich HUMAN – DIE MENSCHHEIT dem Kernthema unseres Daseins, dem Sinn des Lebens. Der engagierte Fotograf und Filmemacher Yann Arthus-Bertrand („Die Erde von oben“, „Home“) und sein Team führten über drei Jahre in mehr als 60 Ländern und auf 63 Sprachen Interviews mit rund 2000 Menschen. Ihre bewegenden Lebensgeschichten wechseln mit einzigartigen Luftaufnahmen gewaltiger Landschaften: Die Kraft der Worte spiegelt sich in der Schönheit der Natur und macht aus HUMAN – DIE MENSCHHEIT mehr als einen Film – eine inspirierende Reise rund um unseren Planeten, eine berührende Reflektion über den Zustand unserer Gesellschaft und die Inspiration, sich aktiv für die Sicherung ihrer Zukunft einzusetzen.
  • PRODUKTION
  • UNABHÄNGIG UND ENGAGIERT

ÜBER DIE PRODUKTION

PRODUKTION

Zahlen & Fakten
  • 3 Jahre Produktionszeit
  • kein festes Drehbuch
  • 16 Journalisten, 20 Kameraleute, fünf Cutter und ein 12-köpfiges Produktionsteam
  • 110 Drehtage in 60 Ländern
  • 2.020 Interviews in 63 Sprachen
  • 500 Stunden Luftaufnahmen
  • Emissionsausgleich für 917 Tonnenerzeugtes CO2
UNABHÄNGIG UND ENGAGIERT

Die Produktionskonstellation von HUMAN
HUMAN – DIE MENSCHHEIT ist das Ergebnis einer ungewöhnlichen Zusammenarbeit zweier Non Profit-Organisationen. Die philanthropisch orientierte Bettencourt Schueller Foundation finanzierte das Projekt rechtefrei für Yann Arthus-Bertrands GoodPlanet Foundation, die den Film inhaltlich und organisatorisch steuerte.

Die Bettencourt Schueller Foundation
Seit über 28 Jahren sieht die Bettencourt Schueller Foundation Film als wesentlichen Bestandteil der Projekte, die sie unterstützt, unter anderem im künstlerischen und sozialen Bereich. HUMAN – DIE MENSCHHEIT sieht sie als Beitrag zu einer „wertvollen Bilderwelt“ – Bilder, die die Menschen als Ge­mein­­schaft motivieren sollen, ihre Beziehung zur Umwelt zu erneuern. Unter den Regisseuren, mit denen die Stiftung bereits darin zusammen arbeitete, „die Schönheit der Welt, die Zerbrechlichkeit unserer Umwelt und eine humanistische Vision der Zukunft“ zu zeigen, sind Nicolas Hulot, Jean-Albert Lièvre, Jaques Perrin und Luc Jacquet.

www.fondationbs.org

Die GoodPlanet Foundation
Von Yann Arthus-Bertrand 2005 gegründet und als gemeinnützige Stiftung anerkannt, hat sich die Good­Planet Foundation dem Bewusstsein für Ökologie und Gemeinschaft verschrieben. Seit über zehn Jahren hat die Stiftung an entsprechenden Filmen, Ausstellungen, Büchern und Bildungsprogrammen mitgewirkt, darunter das Multimediaprojekt „7 Billion Others“ und HUMAN – DIE MENSCHHEIT. Weiterhin unterstützt sie soziale und ökologische Projekte aus den Bereichen Land- und Forstwirtschaft, Energie und Müllverwertung.

Für HUMAN – DIE MENSCHHEIT koordiniert GoodPlanet den internationalen Vertrieb und alle begleitenden Initiativen. Unter ihrem Dach fand auch der Emissionsausgleich statt: Die von der Reisetätigkeit der Produktion erzeugten 917 Tonnen CO2 wurden im Stiftungsprogramm United Carbon Action aufgefangen und für Biogas-Projekte eingesetzt.

www.goodplanet.org
  • BIOGRAFIE
  • INTERVIEW

ÜBER DEN REGISSEUR


BIOGRAFIE

Yann Arthus-Bertrand
1946 in Paris geboren, interessierte sich Yann Arthus-Bertrand bereits früh für Fotografie und die Natur. Anlässlich des ersten Weltgipfels 1992 in Rio entschloss er sich zu einem großen Fotoprojekt zum Zustand der Welt und ihrer Bewohner: „Die Erde von oben“. Das Buch wurde mit über drei Millionen verkauften Exemplaren zum internationalen Erfolg, ebenso die begleitende Ausstellung, die in rund 100 Ländern gezeigt und von 200 Millionen Menschen gesehen wurde.

2005 gründete Arthus-Bertrand die GoodPlanet Foundation, die eng mit den Vereinten Nationen zusammen arbeitet. 2009 wurde er zum Botschafter ihres Umweltprogramms ernannt. Im gleichen Jahr drehte er seinen ersten Langfilm „Home“. 2011 war er neben Michael Pitiot Kodirektor bei „Planet Ocean“, der seine Premiere 2012 auf der Nachhaltigkeitskonferenz Rio+20 der Vereinten Nationen in Rio hatte.

2015 hatte HUMAN – DIE MENSCHHEIT seine Erst­aufführungen parallel beim Filmfestival Venedig und in Anwesenheit von Generalsekretär Ban Ki-moon vor den Vereinten Nationen. Wenig später präsentierte Arthus-Bertrand einen weiteren Film, „Terra“, beim COP21 Sustainable Innovation Forum in Paris. Derzeit arbeitet er an einem Projekt über einen nicht unerheblichen Teil der Menschheit. Der Arbeitstitel: „Woman“.

www.yannarthusbertrand.org


DVD „Die Erde von oben“



DVD & Blu-ray „Home – Die Geschichte einer Reise“

INTERVIEW

„Ich liebe es zu bewegen“

Was hat Sie in erster Linie motiviert, einen Film über das universelle Thema „Menschheit“ zu drehen?

1992 begann ich auf dem UNO-Weltgipfel in Rio mit meinem Projekt „Die Erde von oben“: Vor allem mit Aufnahmen aus der Luft wollte ich den Zustand der Welt und ihrer Bewohner dokumentieren. Als ich eines Tages ungeplant in einem winzigen Dorf in Afrika blieb und Zeit hatte, mit den Menschen über ihren Alltag, ihre Familien und ihre Routinen zu sprechen, kam die Idee, nicht nur Bilder, sondern auch individuelle Geschichten für sich sprechen zu lassen – und zwar als mehrstündige Dokumentation.

Worin liegt die Kraft des Kinos, ein umfassendes Bild menschlicher Befindlichkeit zu vermitteln?

Das Medium führt uns näher an die Wahrheit unserer Existenz. Meine gesamte Arbeit kreist um die Schönheit unseres Planeten und die Gefahren, die ihn bedrohen. Ich agiere aus Liebe zum Leben und Liebe zu den Menschen, geführt von der Frage: Was ist es, was uns zusammen bringt? Mit dem Rhythmus aus direkt in die Kamera gesprochenen Statements und Luftaufnahmen atemberaubender Landschaften habe ich versucht, den Begriff „Menschlichkeit“ auf eine neue Weise zu kommunizieren. Vereinfacht gesagt habe ich versucht, einen Film darüber zu machen, wie wir bessere Menschen werden können.

Was bedeutet der Begriff „Menschlichkeit“ für Sie persönlich?

Die wesentlichen Lebensentscheidungen bewusst zu treffen. Ich bin jetzt 70 Jahre und versuche, mit meinen Filmen und Projekten etwas Sinnvolles beizutragen. Der 13-jährige Straßenjunge, der am Ende des Films seinen Glauben beschreibt, dass „Gott sicher eine Mission für ihn habe“, geht mir bis heute nicht aus dem Kopf. Wir alle haben eine Mission, einen Plan zu erfüllen, den wir in unserem Leben Schritt für Schritt erfahren. Dabei sollten wir keine Angst vor Liebe, Weinen und den Schattenseiten des Lebens haben und unsere Menschlichkeit über solche Ängste stellen. Wir sollten sie teilen, und zwar mit Mitgefühl. Wir tragen beides in uns, Empathie und Hass. Aber wir können in jedem Moment unseres Lebens entscheiden, welchem Gefühl wir den Vorrang geben.

„Human“ ist ein visuelles Kunstwerk, aber auch eine Einladung, sich zu engagieren. Eigentlich eine untrennbare Verbindung?

Kunst zu definieren, ist immer schwierig und natürlich kann fast alles als Kunst betrachtet werden. Ich persönlich sehe mich eher als Journalist denn als Künstler. Ich reflektiere das Leben, das ich um mich herum beobachte, wie in einem Museum, dessen Bilder ich fotografiere. Alles, was sich auf dieser Welt abspielt, ist ein Kunstwerk, aber ich habe nichts dazu beigetragen. Meine Aufgabe ist es, mich an einen guten Ausgangspunkt zu bewegen, um diese Schönheit aufzunehmen und zu vermitteln. Ich finde es wichtig, dass wir diesbezüglich bescheiden sein müssen – gegenüber der Schönheit der Natur und der Menschen.

Eine Haltung der Demut?

Wenn man alle diese Menschen betrachtet, die vor unsere Kameras getreten sind, sind alle schön. Jeder einzelne von ihnen, niemand ist unangenehm oder hässlich. Vielleicht ist mein Film voller Utopie und Naivität – dazu kann ich voll und ganz stehen.

„Human“ ist vollständig von der Bettencourt Schueller Foundation finanziert und von den Vereinten Nationen unterstützt. Eine ungewöhnliche Produktionskonstellation.

Ich verfüge über langjährige Verbindungen zur UN, seit 2009 bin ich Botschafter des Umweltprogramms. Die Bettencourt Schueller Foundation, der ich für ihre Mitwirkung unendlich dankbar bin, habe ich im Rahmen meiner Sponsorensuche gefunden. Bei voller Finanzierung des Films liegen die Rechte komplett bei meiner GoodPlanetStiftung. „Human“ auf normalen Wege innerhalb der Filmwirtschaft zu realisieren, wäre sehr schwierig gewesen. Dazu bin ich nicht berühmt genug.

Wie haben Sie die Menschen und Orte ausgewählt, die im Film zu sehen sind?

Mit sorgfältiger journalistischer Recherche und großem Glück. Im Grunde kann jeder Mensch über alles Auskunft geben, aber beim konkreten Konzept habe ich mich an Themen orientiert, die ich zeigen und verstehen wollte – Flucht, Armut, Homophobie... Dann haben wir Menschen gesucht, die damit zu tun haben. Mich erstaunt, wie wir als Menschen gleichzeitg voller Mitgefühl und bereit zum Töten sind. Wie alle Menschen, die es einmal getan haben, im Film berichten, lässt dich dies dein ganzes Leben lang nicht los.

Wie haben Sie es geschafft, dass sich die Menschen öffnen und derart berührend über ihre Lebensumstände, Sorgen und Hoffnungen berichten?

Mein Team und ich sind sehr erfahrene Interviewer, aber daneben braucht man viel Empathie, um Vertrauen aufbauen zu können. Wir haben die Gespräche langsam begonnen und uns etwa eine Stunde Zeit für jeden Menschen genommen. Viele von ihnen machten zum ersten Mal in ihrem Leben die Erfahrung, dass ihnen konzentriert zugehört wurde und auch problematische Inhalte nicht bewertet wurden.

Welche Technik haben Sie für die Luftaufnahmen genutzt?

Wir sind im Helikopter geflogen und haben mit großen Linsen fotografiert. Oft fanden die Menschen, die wir filmten, das sehr aufregend, fotografierten uns zurück, winkten uns zu und forderten uns auf, runter zu kommen. Also landeten wir hin und wieder und erklärten ihnen, was wir da tun.

Sie haben auf Kommentar verzichtet, stattdessen spielt neben den Bildern und Geschichten die Musik eine tragende Rolle.

Hier habe ich mich an der „Qatsi“-Trilogie und der Musik von Philip Glass orientiert. Mir war von Anfang an klar, dass ich keine Erzählstimme wollte. Die Natur braucht keinen Kommentar, jeder kann das für sich selbst interpretieren. Außerdem fand ich es wichtig, zwischen den Interviews „Atempausen“ einzurichten. Mit dem Komponisten, meinem besten Freund Armand Amar, habe ich eine Musik gefunden, die als universell verständliche Sprache der Erzählung einen Rhythmus gibt. Sie unterstreicht und transzendiert das Gefühl des Films – und Gefühl ist sehr wichtig für mich, ich liebe es, zu bewegen.

Reisen bedeutet, Spuren zu hinterlassen – wie sind Sie und ihr Team mit den unvermeidlichen Konsequenzen umgegangen?

Gedanken über den Ausgleich der CO2-Bilanz machen. Wir haben tatsächlich 917 Tonnen CO2 produziert und versucht, es mit dem „Action Carbone Solidaire“-Programm meiner Stiftung GoodPlanet einigermaßen auszugleichen. Mit dem Programm haben wir in diesem Fall 153 Biogas-Reservoire in Indien unterstützt. Jedes von ihnen spart jährlich sechs Tonnen CO2. 2014 konnten wir somit mehr als 760 Menschen Zugang zu sauberer, kostenloser Energie ermöglichen.

2020 Interviews: Was passiert mit dem unveröffentlichten Material?

„Human“ ist ein Projekt auf vielen Ebene, auch mit Blick auf die sozialen Netzwerke. Das gesamte Material soll auch für eine Ausstellung verwendet werden, die nächstes Jahr von Paris aus um die Welt ziehen soll. Außerdem stelle ich sicher, dass jeder Interviewpartner den Film sehen kann, die meisten haben es ohnehin online getan. Dennoch lege ich Wert darauf, dass der Film im Kino gesehen werden kann und den Zauber des Gemeinschaftserlebnisses nutzen soll. Ich liebe improvisiertes Kino, Outdoor-Screenings an ungewöhnlichen Orten und dergleichen.

Würden Sie „Human“ als spirituellen Film bezeichnen?

Absolut. Wir brauchen zweifellos mehr Spiritualität im Leben. Die Revolution, die wir brauchen, sollte nicht politisch oder wirtschaftlich, sondern auf umfassenderer Ebene sein.

„In Gesichtern, Blicken und Worten finde ich einen kraftvollen Weg, die Tiefe der menschlichen Seele zu ergründen“: Können Sie beschreiben, was Sie dort gefunden haben?

Jeder möchte Liebe geben und geliebt werden. Das ist das, was uns am meisten verbindet. Dabei gehen Schönheit und Schatten Hand in Hand.

Ihr Film ist pure Meditation... Er kommt zu einer Zeit in die deutschen Kinos, in der intensiv über Flucht und die Bedrohung durch Terror diskutiert wird. Kann Ihr Film über Menschlichkeit eine adäquate Reaktion empfehlen?

Ich denke, dass der Film zur genau richtigen Zeit erscheint, in der wir neue Wege lernen müssen, miteinander zu leben. Er bietet allerdings keine Lösung an. Die Konsequenz heißt, Verantwortung zu übernehmen. Die Lösung heißt Liebe.